WordPress aktuell halten

Symbol für Server mit Backup und Update
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Updates und Backups gehören zusammen

Die Hinweise in diesem Beitrag gehen davon aus, dass du deine Website regelmäßig pflegst. Wenn WordPress länger keine Updates bekommen hat, braucht die Aktualisierung mehr Vorbereitung. Dazu findest du in meinem Beitrag Update bei älterer WordPress-Installation eine eigene Anleitung.

WordPress zu aktualisieren ist einfacher geworden. Bei regelmäßiger Pflege genügen meist wenige Klicks unter Dashboard → Aktualisierungen. Viele Updates lassen sich auch automatisch ausführen. Das spart Arbeit. Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick:

  • Funktioniert die Website nach dem Update noch wie vorher?
  • Und gibt es eine aktuelle Sicherung, falls etwas schiefgeht?

Gerade bei einer überschaubaren Website mit wenigen Plugins können automatische Updates hilfreich sein. Wenn mehrere Erweiterungen zusammenarbeiten oder du einen Pagebuilder wie Elementor nutzt, braucht die Aktualisierung mehr Aufmerksamkeit. Ein Pagebuilder ist ein Werkzeug, mit dem du das Layout deiner Seiten zusammenstellst. Entscheidend ist dabei weniger die Anzahl der Plugins als ihre Aufgabe und ihr Zusammenspiel. Komplexe Erweiterungen etwa für Buchungen oder einen Onlineshop, können mehr Probleme verursachen als etwa ein Standard-Plugin zur Spam-Abwehr.

Erst sichern, dann aktualisieren

Zu einem vollständigen WordPress-Backup gehören die Datenbank und die Dateien. In der Datenbank stehen unter anderem deine Texte und viele Einstellungen. Zu den Dateien gehören beispielsweise die hochgeladenen Bilder sowie die Plugins und das Theme, das die Gestaltung deiner Website bestimmt. Eine reine Datenbanksicherung reicht deshalb nicht aus, um die gesamte Website wiederherzustellen. Den Ordner wp-content/uploads solltest du auf keinen Fall vergessen.

WordPress empfiehlt die Sicherung vor jeder Aktualisierung. Mein Favorit für Backups ist das Plugin BackWPup. Damit kannst du die Datenbank und die Dateien nach einem festgelegten Zeitplan sichern. Die Sicherungen laufen dann automatisch. Für kleinere Websites reicht die kostenfreie Version aus. Auch die Wiederherstellung ist inzwischen darin enthalten. Viele in meinem Netzwerk nutzen UpdraftPlus, das ebenfalls eine kostenfreie Version anbietet.

Erstelle deinen Backup-Plan

Wie oft du sichern solltest, hängt davon ab, wie häufig sich deine Website verändert. Wenn du nur gelegentlich einen Text ergänzt, brauchst du einen anderen Rhythmus als bei einem Shop mit täglichen Bestellungen. Überlege dir deshalb, wie viel Arbeit oder welche Daten seit dem letzten Backup verloren gehen könnten und richte deinen Backup-Plan danach aus.

Ein Beispiel:
Du schreibst regelmäßig Blog-Beiträge. Dann würde ich die Datenbank wöchentlich mit 12 Versionen und die Dateien monatlich mit 6 sichern. Dann hast du die Daten von 3 bzw. 6 Monaten zur Verfügung. Bei einem Shop mit hohen Zugriffszahlen sollte die Datenbank mit den Bestelldaten dagegen täglich gesichert werden. Die Anzahl der gespeicherten Sicherungen wäre dann deutlich höher. Das ist aber wichtig, denn ein Problem wird oft erst Tage oder Wochen später erkannt.

Kontrolliere außerdem gelegentlich, ob die Sicherungen tatsächlich erfolgreich durchlaufen. Und mache dich mit der Wiederherstellung vertraut, bevor du sie brauchst. Am besten probierst du sie an einer separaten Testkopie deiner Website aus. Bewahre mindestens eine Sicherung außerhalb deines Webspace auf. Wenn dein Hostingzugang ausfällt oder jemand unberechtigt Zugriff auf deine Website bekommt, kann auch ein dort gespeichertes Backup verloren gehen.

Die beiden genannten Plugins ermöglichen die externe Speicherung etwa bei Dropbox. Dabei solltest du unbedingt die Datenschutz-Vorgaben der DSGVO für Cloud-Anwendungen beachten wie Verschlüsselung und Auftragsverarbeitung.

Was sich automatisch aktualisieren lässt

Bei vielen Plugins und Themes kannst du automatische Updates einzeln aktivieren. Die entsprechende Einstellung findest du in der Pluginübersicht beziehungsweise bei den Details des Themes. Je nach Hosting oder Erweiterung können diese Möglichkeiten abweichen.

Für WordPress selbst gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Wartungs- und Sicherheitsupdates automatisch installieren.
    Diese Einstellung würde ich aktiviert lassen. Sie sorgt dafür, dass Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates für deine installierte WordPress-Versionsreihe zeitnah ankommen.
  • Auch neue Hauptversionen automatisch installieren.
    Hier bin ich zurückhaltender. Bei größeren Versionswechseln möchte ich vorher prüfen, ob die eingesetzten Erweiterungen damit zusammenarbeiten.

Bei automatischen Updates legst du fest, was aktualisiert werden darf, aber nicht, wann. Ein vollständiges Backup unmittelbar davor legt WordPress dabei nicht an. UpdraftPlus Premium kann das: Bei aktivierter Funktion sichert das Plugin vor Updates die Datenbank und die betroffenen Komponenten. Diese Sicherung ergänzt die regelmäßigen vollständigen Backups.

WordPress meldet sich übrigens per E-Mail, wenn Updates ausgeführt wurden. Du solltest daher deine Admin-Mailadresse unbedingt aktuell halten. Das gilt auch für alle anderen Meldungen, die dir WordPress zu deinem Webauftritt zukommen lässt.

Nach dem Update die Website prüfen

Inzwischen nutze ich automatische Updates bei einigen WordPress-Installationen, die ich ehrenamtlich betreue. Nach einer Update-Benachrichtigung schaue ich nach, ob die Website weiterhin funktioniert. Dabei reicht die Startseite allein nicht aus. Prüfe auch eine typische Unterseite und die Funktionen, auf die deine Besucherinnen und Besucher angewiesen sind:

  • Lässt sich das Menü bedienen?
  • Kommt eine Nachricht über das Kontaktformular an?
  • Funktioniert eine Buchung noch?

Bei einer umfangreicheren Website ist eine separate Testkopie, auch Staging genannt, sinnvoll. Dazu kannst du ein Plugin nutzen, wie es meine Netzwerk-Kollegin Katja Flinzner beschreibt. Oder du nutzt das kostenpflichtige Tool von Updraft. Dort kannst du größere Aktualisierungen ausprobieren, bevor du sie auf der öffentlich erreichbaren Website ausführst.

Auch bei manuellen Updates solltest du Zeit für die Kontrolle einplanen. Ein Update ist für mich erst abgeschlossen, wenn die Website geprüft ist.

Wenn nach dem Update etwas schiefgeht

Mit Version 5.2 hat WordPress den Wiederherstellungsmodus eingeführt. Erzeugt ein Update einen Fehler oder geht sonst etwas schief, sendet WordPress eine Mail an den Administrator der Website. Dieser enthält die spezifische Fehlermeldung und einen Link, damit du dich im abgesicherten Modus anmelden kannst. Dann kannst du versuchen, den aufgetretenen Fehler zu beheben. Dieser Leitfaden erläutert die einzelnen Schritte.

Kannst du dich nicht mehr anmelden, hilft nur der Weg, direkt auf den Server zuzugreifen. Dazu nutzt du entweder eine FTP-Tool wie Filezilla oder den Filemanager in deinem Hosting-Paket – sofern dein Provider dir diese Option zur Verfügung stellt. Dort kannst du vorübergehend den Plugin-Ordner umbenennen, beispielsweise in /wp-content/bak.plugins statt wp-content/plugins. War ein Plugin die Ursache für die Fehlermeldung, solltest du damit zunächst wieder Zugriff auf dein Backend haben.

Bei Plugins mit vielen Dateien bleibt das Update auch schon mal hängen. Dann hilft ebenfalls der Zugriff auf den Server. Die beiden Ordner /wp-content/upgrade/ und /wp-content/upgrade-temp-backup/ sollten im Normalbetrieb leer sein. Wenn du dort Dateien oder Ordner findest, dann lösche sie. Das sollte problemlos sein, da hier die Backup-Dateien nur entpackt und zwischengelagert werden. Nach erfolgreichem Backup löscht das System sie automatisch wieder. Klappt das nicht, kann das den Update-Vorgang stören.

Auch die PHP-Version braucht Aufmerksamkeit

Neben WordPress braucht auch die technische Umgebung beim Provider regelmäßige Pflege. WordPress basiert auf der Programmiersprache PHP. Für jede PHP-Version gibt es einen begrenzten Zeitraum, in dem sie regulär gepflegt wird. Für nicht mehr gepflegte PHP-Versionen gibt es keine Sicherheitskorrekturen mehr. Provider wie IONOS oder STRATO bieten für ältere Versionen einen kostenpflichtigen „PHP Extended Support“ an. Damit lässt sich eine alte Version vorübergehend weiterbetreiben. Ein rechtzeitiger Wechsel auf eine unterstützte Version bietet mehr Sicherheit und kann diese Zusatzkosten vermeiden. Unter Werkzeuge → Website-Zustand zeigt WordPress die verwendete PHP-Version samt Empfehlung an.

Die PHP-Version änderst du üblicherweise im Kundenbereich deines Providers. Erstelle zuerst ein Backup, aktualisiere dann WordPress, Theme und Plugins und stelle erst danach die PHP-Version um. Aktuelle Software ist eine gute Voraussetzung, aber noch keine Garantie: Auch dein Theme und die Plugins müssen die gewählte PHP-Version unterstützen. Prüfe dazu die Angaben der jeweiligen Entwicklerinnen und Entwickler, indem du im Plugin auf Details anzeigen klickst. Es öffnet sich ein Popup mit allen Angaben zum Plugin aus der WordPress-Plattform. Am rechten Rand findest du Angaben zur Version, zur letzten Aktualisierung und zur minimal geforderten PHP-Version.

Bei einer umfangreicheren Website würde ich die Umstellung zuerst an einer Testkopie ausprobieren. Kontrolliere die Website anschließend genauso sorgfältig wie nach einem WordPress-Update.

Und was ist mit der Datenbank?

Auch die Datenbanksoftware, meist MySQL oder MariaDB, braucht unterstützte Versionen. Wie die Aktualisierung abläuft, hängt vom Hostingangebot ab. Bei manchen Angeboten übernimmt der Provider die Umstellung. Bei anderen musst du deine Datenbank in eine neu angelegte Datenbank übertragen. Bei STRATO findest du eine Anleitung für den Export der bisherigen Daten und den anschließenden Import in die neue Datenbank. Danach musst du die neuen Zugangsdaten (Datenbankname, Benutzer, Passwort, Host) in der WordPress-Konfigurationsdatei wp-config.php eintragen. Die liegt standardmäßig im Hauptordner oder Wurzelverzeichnis (Root) deiner WordPress-Installation. Im Zweifel kannst du gern bei mir eine Sprechstunde buchen.

Das ist aufwendiger als die Auswahl einer anderen PHP-Version. Schau deshalb zuerst in die Anleitung deines Providers und sichere die bestehende Datenbank, bevor du beginnst. Die alte Datenbank solltest du erst löschen, wenn die Website mit der neuen Verbindung vollständig geprüft ist.

Provider-Backups als zusätzliche Sicherung

Viele Hostingangebote enthalten eigene Backups. Prüfe, was dein Vertrag tatsächlich umfasst:

  • Wie oft wird gesichert?
  • Wie lange bleiben die Sicherungen erhalten?
  • Und kannst du sie selbst wiederherstellen oder brauchst du dafür den Support?

Auch mögliche Kosten für die Wiederherstellung solltest du vorher klären. Das klärst du besser jetzt, nicht erst, wenn die Website ausgefallen ist. Für mich ergänzen sich Provider-Backups und eigene Sicherungen. Mit einem eigenen Backup bist du bei der Wiederherstellung weniger davon abhängig, welche Möglichkeiten dein Hostingangebot vorsieht.

Automatische Updates können dir einen Teil der Arbeit abnehmen. Eine passende Sicherung und die Kontrolle danach bleiben trotzdem Teil der regelmäßigen Pflege.

Checkliste: Das gehört zur regelmäßigen Pflege

  1. Backup nach Plan:
    Datenbank und Dateien (inklusive Upload-Ordner) werden automatisch gesichert, und der Rhythmus passt dazu, wie oft sich deine Website ändert.
  2. Kopie außerhalb des Webspace:
    Mindestens eine Sicherung liegt nicht beim Hoster, zum Beispiel in einem Cloud-Speicher.
  3. Backups kontrolliert:
    Du schaust gelegentlich nach, ob die Sicherungen erfolgreich durchlaufen, und hast die Wiederherstellung einmal an einer Testkopie ausprobiert.
  4. Erst sichern, dann aktualisieren:
    Vor jedem manuellen Update gibt es eine aktuelle Sicherung.
  5. Automatische Updates bewusst eingestellt:
    Wartungs- und Sicherheitsupdates laufen automatisch, bei neuen Hauptversionen und umfangreichen Websites prüfst du vorher selbst.
  6. Website nach dem Update geprüft:
    Startseite, eine typische Unterseite, Menü, Kontaktformular und alles, worauf deine Besucherinnen und Besucher angewiesen sind (zum Beispiel Buchung oder Bestellung).
  7. PHP-Version im Blick:
    Du weißt, welche Version läuft, und wechselst rechtzeitig auf die aktuell empfohlene, nachdem du Theme und Plugins geprüft hast.
  8. Datenbankversion geklärt:
    Du weißt, ob dein Provider sie aktualisiert oder ob du selbst tätig werden musst.
  9. Provider-Backups verstanden:
    Du kennst Rhythmus, Aufbewahrungsdauer, Möglichkeit zur Wiederherstellung und mögliche Kosten.

Brauchst du Unterstützung? Dann helfe ich dir gern in meiner WordPress-Sprechstunde.