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Veröffentlicht am 13. September 2019 · Zuletzt überarbeitet am 29. August 2026
Ich habe diesen Beitrag grundlegend aktualisiert. Die ursprüngliche Anleitung bezog sich auf die WordPress- und PHP-Versionen von 2019. Die neue Fassung erklärt, wie du die Aktualisierung einer länger nicht gepflegten WordPress-Website vorbereitest.

Deine WordPress-Website hat länger keine Updates bekommen? Vielleicht hast du die Aktualisierungen aufgeschoben, weil du befürchtest, dass anschließend etwas nicht mehr funktioniert.
Diesen Beitrag habe ich ursprünglich für eine Netzwerk-Kollegin geschrieben, die genau vor dieser Frage stand. Meine Empfehlung gilt weiterhin: Wenn über längere Zeit Updates ausgeblieben sind, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Dabei hängt das Vorgehen davon ab, wie alt deine Installation ist und welche Erweiterungen sie verwendet. Eine feste Reihenfolge, die für jede Website funktioniert, gibt es deshalb nicht. Die folgenden Schritte helfen dir, den Zustand deiner Website einzuschätzen und die Aktualisierung vorzubereiten.
1. Den aktuellen Stand festhalten
Bevor du etwas änderst, verschaffe dir einen Überblick. Notiere die installierte WordPress-Version und die Versionen deines Themes und der Plugins. Das Theme bestimmt die Gestaltung deiner Website; Plugins ergänzen ihre Funktionen.
Auch die PHP-Version gehört dazu. PHP ist die Programmiersprache, auf der WordPress basiert. Welche Version deine Website verwendet, kannst du üblicherweise im Kundenbereich deines Hostingproviders nachsehen. Bei neueren WordPress-Installationen findest du diese Information auch unter „Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht“.
Prüfe außerdem, ob du die nötigen Zugänge hast:
- zum Verwaltungsbereich von WordPress;
- zum Kundenbereich deines Providers;
- zu den Dateien deiner Website, etwa über SFTP, eine verschlüsselte Verbindung zum Server;
- zur Datenbankverwaltung.
Wenn WordPress nach einem Update nicht mehr erreichbar ist, brauchst du möglicherweise einen dieser anderen Zugänge.
2. Ein vollständiges Backup erstellen
Sichere die Datenbank und sämtliche Dateien deiner WordPress-Installation, bevor du mit den Updates beginnst. Auch die WordPress-Dokumentation empfiehlt eine vollständige Sicherung vor der Aktualisierung. Die Datenbank enthält deine Beiträge und Seiten sowie viele Einstellungen. In den Dateien liegen unter anderem das Theme und die Plugins. Der Upload-Ordner enthält die über die Mediathek hochgeladenen Bilder und Dokumente. Gerade bei älteren Installationen solltest du die vorhandenen Komponenten vollständig sichern. Ein altes Theme oder ein nicht mehr angebotenes Plugin lässt sich später möglicherweise nicht erneut herunterladen.
Wenn bereits ein Backup-Plugin installiert ist und funktioniert, kannst du es dafür nutzen. Bei einer sehr alten Installation lässt sich ein aktuelles Backup-Plugin möglicherweise nicht mehr installieren. Dann brauchst du eine Sicherung über den Provider oder einen manuellen Export der Datenbank und eine Kopie der Dateien. Bewahre eine Kopie des Backups außerhalb deines Webspace auf. Prüfe außerdem, ob die Sicherung vollständig ist und wie du sie wiederherstellen kannst. Am besten lässt sich das beim nächsten Schritt überprüfen: dem Aufbau einer Testkopie.
3. Eine separate Testkopie einrichten
Bei einer länger nicht gepflegten Website würde ich die Updates zuerst an einer Kopie ausprobieren. Diese separate Testumgebung nennt sich „Staging“. So kannst du Fehler untersuchen, während deine öffentlich erreichbare Website zunächst weiterläuft. Auch die WordPress-Anleitung zur Fehlersuche beschreibt die Arbeit mit einer Testkopie. Manche Hostingangebote enthalten eine Staging-Funktion. Alternativ lässt sich eine Kopie mithilfe eines geeigneten Plugins oder manuell einrichten. Wie das geht, erklärt meine Netzwerk-Kollegin Katja Flinzner ausführlich in ihrem Beitrag WordPress-Testumgebung: eine Staging-Kopie erstellen. Das Plugin erzeugt eine Sub-Domain und speichert den Klon in die Datenbank des Originals.
Bei einer älteren Installation solltest du vorher prüfen, ob das gewählte Werkzeug mit deinen vorhandenen WordPress- und PHP-Versionen funktioniert. Wenn du das Plugin nicht nutzen kannst, musst du eine manuelle Kopie anlegen. Dazu brauchst du:
- ein eigenes Verzeichnis in deinem Webspace,
- eine separate Domain oder Sub-Domain, die auf dieses Verzeichnis zeigt
- und eine eigene Datenbank.
Wenn du damit auch einen PHP-Wechsel testen möchtest, muss sich die PHP-Version für jede Domain unabhängig einstellen lassen. Schütze die Testkopie mit einem Zugriffsschutz. Die Einstellung „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ allein verhindert keinen öffentlichen Zugriff. Achte zudem darauf, dass die Kopie keine echten Bestellungen verarbeitet oder automatische Nachrichten an deine Kundschaft verschickt. Besonders bei Shops und Buchungssystemen müssen solche Funktionen für den Test entsprechend eingestellt oder – wenn nötig – deaktiviert werden.
4. Theme und Plugins prüfen
Schau dir an, welche Erweiterungen du tatsächlich noch brauchst. Nicht mehr benötigte Plugins kannst du nach der Sicherung entfernen. Bei den übrigen prüfst du, ob sie weiterhin gepflegt werden und welche WordPress- und PHP-Versionen ihre aktuellen Ausgaben unterstützen. Informationen dazu findest du direkt in deinem Plugin-Verzeichnis. Wenn du bei einem Plugin auf „Details anzeigen“ klickst, öffnet sich ein Popup mit denselben Angaben wie im WordPress-Pluginverzeichnis. Oder du informierst dich auf der Website des jeweiligen Anbieters. Bei gekauften Komponenten kann eine gültige Lizenz nötig sein, um Updates zu erhalten.
Wenn ein Plugin nicht mehr im Verzeichnis steht, solltest du den Grund prüfen. Das allein sagt noch nicht, ob es dauerhaft aufgegeben wurde. Gibt es keine gepflegte Version mehr, brauchst du gegebenenfalls einen Ersatz. Ein Wechsel ist allerdings nicht immer mit dem Austausch eines Plugins erledigt. Manche Erweiterungen speichern eigene Daten oder stellen Inhalte bereit, die nach dem Entfernen fehlen. Probiere den Ersatz deshalb in der Testkopie aus.
Beim Theme gilt besondere Aufmerksamkeit, wenn es individuelle Anpassungen gibt. Wurden die Änderungen direkt in den Theme-Dateien vorgenommen, können sie beim Update überschrieben werden.
5. Die Reihenfolge der Aktualisierungen festlegen
Bei einer regelmäßig gepflegten Website sind Updates meist überschaubar. Bei einer alten Installation können sich die Anforderungen gegenseitig im Weg stehen: Eine neue Plugin-Version braucht vielleicht eine neuere WordPress-Version. Diese wiederum benötigt eine PHP-Version, mit der das alte Theme noch nicht funktioniert. Deshalb würde ich weder pauschal zuerst PHP umstellen noch sämtliche angebotenen Updates auf einmal starten.
Prüfe, welche Versionen miteinander arbeiten können. Daraus ergibt sich, ob du einzelne Komponenten zunächst aktualisieren oder ersetzen musst und wann die PHP-Umstellung sinnvoll ist. Bei großen Versionsabständen können Zwischenschritte nötig sein. Die WordPress-Dokumentation beschreibt dafür auch Aktualisierungen über mehrere Versionen hinweg. Keine Sorge: WordPress stellt die meisten bisherigen Versionen zum Download zur Verfügung.
Ziel ist eine aktuelle WordPress-Installation mit gepflegten Erweiterungen und einer unterstützten PHP-Version. Dass WordPress selbst eine PHP-Version unterstützt, bedeutet dabei noch nicht, dass dein Theme und sämtliche Plugins ebenfalls damit funktionieren. Wenn sich aus den Angaben der Anbieter kein nachvollziehbarer Weg ergibt, würde ich an dieser Stelle fachliche Unterstützung hinzunehmen. Das gilt besonders für individuell programmierte Funktionen oder eine Website, über die laufend Bestellungen und Buchungen eingehen.
6. Schrittweise aktualisieren und kontrollieren
Führe die geplanten Änderungen zunächst in der Testkopie aus. Aktualisiere Plugins möglichst einzeln und prüfe nach jedem Schritt, ob die Website weiterhin funktioniert. So lässt sich ein Fehler leichter einer bestimmten Änderung zuordnen. Notiere dir, was du in welcher Reihenfolge gemacht hast. Sichere auch funktionierende Zwischenstände, wenn die Aktualisierung mehrere Etappen braucht. Nach einem PHP-Wechsel solltest du besonders sorgfältig testen.
Kontrolliere dabei mehr als die Startseite:
- Werden die Inhalte und das Layout auf Unterseiten richtig angezeigt?
- Funktioniert die Navigation auch auf dem Smartphone?
- Kommen Nachrichten aus dem Kontaktformular an?
- Lassen sich Bilder hochladen und Beiträge bearbeiten?
- Funktionieren die Buchungen oder der Bestellprozess?
Auch der WordPress-Verwaltungsbereich gehört zur Prüfung. Eine Website kann nach außen richtig aussehen, während beim Bearbeiten Fehler auftreten.
7. Den Editor bei Bedarf gesondert prüfen
Wenn deine Installation noch aus der Zeit vor WordPress 5 stammt, gehört auch der Wechsel zum Block-Editor zur Vorbereitung. Er wurde unter dem Namen „Gutenberg“ eingeführt. Mit dem Plugin Classic Editor lässt sich bei kompatiblen Installationen der bisherige Editor weiterverwenden. Das kann helfen, den technischen Wechsel und eine spätere Umstellung der redaktionellen Arbeit getrennt anzugehen.
Der Classic Editor löst allerdings keine allgemeinen Kompatibilitätsprobleme mit einem alten Theme oder Plugin. Prüfe deshalb in der Testkopie, ob du bestehende Inhalte weiterhin bearbeiten und neue Beiträge anlegen kannst.
8. Die Änderungen auf die öffentliche Website übertragen
Wenn die Tests erfolgreich sind, plane die Aktualisierung der öffentlich erreichbaren Website. Erstelle unmittelbar davor noch einmal ein vollständiges Backup und halte den erprobten Ablauf bereit. Bei einer Website, deren Inhalte während der Tests unverändert geblieben sind, kannst du gegebenenfalls die aktualisierte Kopie übertragen. Bei einem Shop oder einer Website mit laufenden Buchungen ist mehr Planung nötig: Wenn du deren Datenbank durch den älteren Stand der Testkopie ersetzt, können zwischenzeitlich eingegangene Daten verloren gehen.
Übernimm deshalb nur mit einem Verfahren, das die aktuellen Inhalte und Geschäftsdaten erhält. Je nach Website kann das bedeuten, die getesteten Updates auf der öffentlichen Installation erneut auszuführen. Oder du nutzt die Pro-Version im oben genannten Staging-Plugin. Sie kann die Kopie direkt in die Live-Site übertragen. Prüfe anschließend dieselben Funktionen wie in der Testumgebung.
Wenn etwas nicht mehr funktioniert
Tritt ein Fehler auf, halte zunächst fest, welche Änderung ihm vorausging. In der Testkopie kannst du dann gezielt untersuchen, ob ein Plugin oder das Theme die Ursache ist. Falls du einen früheren Stand wiederherstellen musst, gehören die passenden Dateien und die zugehörige Datenbank zusammen. Nach einer PHP-Umstellung musst du außerdem prüfen, ob die wiederhergestellte Software mit der nun eingestellten PHP-Version funktioniert.
Verlasse dich nicht darauf, jederzeit zu einer alten PHP-Version zurückkehren zu können. Welche Versionen verfügbar sind, bestimmt dein Provider. Kläre die Rückfallmöglichkeit deshalb vor der Umstellung. Wenn du ein Provider-Backup nutzen möchtest, prüfe ebenfalls vorher, wie die Wiederherstellung abläuft und ob Kosten entstehen.
Danach wieder regelmäßig pflegen
Ist die Website aktualisiert und geprüft, richte regelmäßige Backups ein und kümmere dich künftig zeitnah um verfügbare Updates. Damit vermeidest du, dass sich erneut ein großer Rückstand aufbaut. Eine länger nicht gepflegte Website zu aktualisieren ist meist aufwendig. Darum empfehle ich, unbedingt die regelmäßigen Updates und Sicherungen. Wie ich das handhabe, beschreibe ich im Beitrag WordPress aktuell halten: Updates und Backups gehören zusammen.